Hast du schon mal was von Coworking gehört? Kannst du dir darunter etwas Vorstellen? Im heutigen Beitrag möchte ich die ein bisschen mehr zum Thema “Digitaler Nomade vs. Local Coworking” erzählen. Ich möchte darauf hinaus, dir zu erklären das man nicht unbedingt ein digitaler Nomade sein muss, um sich mit anderen zusammenzutun, um gemeinsam zu arbeiten. Du musst dazu nicht zwingend den Lifestyle führen, der dich und deinen Laptop an irgendeinen Strand unter Palmen zwingt.

Die Betonung liegt ihr ganz bewusst auf dem Zwang, den mir kommt es mittlerweile doch sehr stark so vor als, wenn die digitale Nomadenszene sich mehr und mehr eigene Zwänge auferlegt, wo sie doch eigentlich frei davon sein wollen. Aber eins nach dem anderen, fangen wir ganz von vorne an.

Wie bin ich jetzt überhaupt zu dem Thema gekommen?

Bevor ich mich in die Selbstständigkeit gewagt habe, befasste ich mich viel mit dem Thema digitales Unternehmertum. Wie ist das überhaupt ein online Business aufzuziehen, auf was muss ich achten und vor allem welche Möglichkeiten bieten sich mir. Unweigerlich stieß ich bei meinen Recherchen auf die digitalen Nomaden im Netz. Anfänglich lösten sie eine ganz große Begeisterung bei mir aus. Ich war fasziniert, was Leute auf die Beine stellten, wie schnell sie das ein oder andere Produkt am Markt hatten. Wie sie mit digitalen Gütern handelten und sich in kürzester Zeit mit Experten Status positionierten.

Heute mit etwas Abstand zu dem ganzen sehe ich vieles nüchterner. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt und so ist es meiner Meinung nach auch in dieser Szene es viel mehr Rauch und Schall. Täglich wird einem die erfolgreiche Unternehmerwelt vorgegaukelt. Mein Facebookfeed hat mir lange Zeit bald täglich irgendwelche dubiosen Online Kurs angeboten angepriesen.

Mit der Unwissenheit anderer Profit machen

Das viel Schmu und Quatsch am Markt der Online Kurse kuriert hatte ich recht schnell für mich raus. Digitale Nomaden die ihr Netzwerk untereinander, die Gemeinschaft und Zugehörigkeit so anpreisen, verdienen nur damit, das sie anderen suggerieren wie schon es doch ist unter Palmen am Strand zu arbeiten. Das eine Vier-Stunden Woche für jeden möglich ist. Und das alles am besten über Nacht. Ja, nee ist klar! Hast du schon mal einen erfolgreichen Unternehmer getroffen, der über Nacht ein nachhaltiges und gewinnbringendes Business aus dem Boden gestampft hat?

Wir reden nicht von der einschlagend brillanten Idee eines neuen technischen Spielzeuges. Sondern dem Verkauf von Informationsprodukten, digitalen Informationsprodukten. Um gute Verkaufs- und Umsatzziele zu erreichen, bedarf es online einer stabilen Community. Und eben auch diese baust du dir nicht über Nacht auf. Wenn deine Community heute 100 Follower sind, werden es morgen früh wahrscheinlich plus minus ein paar mehr oder weniger sein.

Ein Business ist harte Arbeit!

Niemand spricht darüber das ein Touristenvisum keine Arbeitserlaubnis beinhaltet. Das eigentlich auch in anderen Länder abgaben und gesetzte einzuhalten sind. Aber hey, wir arbeiten doch nur digital das ist doch quasi nicht, wie arbeiten, oder? Tja, aber genau da ist doch der harken. Ich mache mich selbstständig, um etwas zu erreichen. Vielleicht möchte ich reisen, um die Welt zu erkunden, Land und Leute in anderen Kulturen sehen. Und nicht von einem WLAN-Hotspot zum nächsten hasten.

Du kannst auch ohne Morgenroutine erfolgreich werden

Über eine Facebookgruppe wurde ich auf das digitale Nomaden MeetUp in meiner Umgebung aufmerksam. Dort traf ich auf Menschen die wie ich täglich im Homeoffice arbeiten. Der ein oder andere sogar fest angestellt von daheim arbeitet. Wenige hatten nur das Bedürfnis, ihre Zelte in der Heimat aufzugeben. Was wir alle gemeinsam haben, ist der Wunsch tiefer in die digitale Welt einzutauchen und alle Möglichkeiten dieser neuen Arbeitswelt zu probieren. Wir waren und sind es immer noch, neugierig! Die Neugierde auf eine ganz andere Zeit und Arbeitsweise.

Ich bin schon seit Jahren Verfechter des Homeoffice und glaube daran das wir uns am besten selbst organisieren können, um das höchste Maß der Produktivität für uns zu erreichen. Sicher es gibt Menschen, die können nicht für sich alleine im Homeoffice arbeiten und die brauchen feste Strukturen, die ein Büro oder feste Arbeitsumgebung mit bringt. Und das ist völlig okay. Es ist ja auch nicht jeder für die Selbstständigkeit geeignet.

Coworking in Deutschland?

Ja, das ist möglich. Sogar schon seit vielen Jahren. Und es gar nicht mehr so ungewöhnlich, du glaubst gar nicht, wie viele Menschen das geteilte Büro in Anspruch nehmen. Falls du nicht weißt, was Coworking überhaupt ist, gebe ich dir hier mal ein paar Facts mit an die Hand. Ursprünglich kommt das Coworking aus dem Silicon Valley. Der Start-up-Szene überhaupt. Gearbeitet wird dabei in einem sogenannten Coworking Space. Dabei teilen sich meist Start-up´s, Freelancer und andere Creatives eine angemietete Bürofläche. Der Begriff Coworking kommt ganz klassisch, von zusammen arbeiten. Mit einem Coworking Space wird eine flexible Arbeitsumgebung geschaffen.

Hauptsächlich geht es darum sich mit anderen digital Schaffenden zu vernetzten, Gemeinsamkeiten herauszuarbeiten und sich zu unterstützen. So arbeiten z.B. Programmiere und Webdesigner nebeneinander an zwei Tischen und können sich auf kurzem Weg bei Projekten unterstützen. Oder ein Start-up welches ein tolles Produkt auf den Markt bringen möchte, kann beim Programmierer nebenan direkt Unterstützung für den Aufbau des eigenen Onlineshops Hilfe holen. In der Coworkingszene wird immer wieder von den fünf Grundwerten gesprochen: Zusammenarbeit, Gemeinschaft, Nachhaltigkeit, Offenheit und Zugänglichkeit.

Zusammenarbeit auf flexibler u. freiwilliger Basis

Ein Coworking Space bietet dir mehr als nur einen Schreibtisch und eine stabile Internet Verbindung zum Arbeiten. Es geht um das Netzwerk, welches du dir für dein Business aufbauen kann. Es gibt meist neben der reinen Arbeitsfläche auch offene Gemeinschaftsbereiche zum Austausch, am Abend finden meisten Netzwerk Veranstaltungen statt. Aber auch informative Events und Workshops werden organisiert. Du bekommst alles, was dich in deinem Projekt weiter bringt. Sofern du dich darauf einlässt.

Das lokale Coworking Space in deiner Umgebung bietet dir, grade am Anfang der Selbstständigkeit die Möglichkeit für wenig Geld eine eigene Büroumgebung zu haben. Und nicht einsam im Homeoffice vor dich hin zu tüfteln. Dabei musst du keine eigene Gewerbeimmobilie anmieten und dich mit einem langfristigen Mietverhältnis binden. Im Coworking Space gibt es meist sehr flexible Tarife, das geht von Tagessätzen bis festen Monatspreisen. Die man meist monatlich wieder kündigen kann. Im Vergleich dazu wirst du eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio um die Ecke schlechter wieder los.

Finde überall einen Schreibtisch

Ich für mich persönlich habe das Coworking Space erst kürzlich mit einem Probearbeitstag ausprobiert. Und ich muss sagen, ich würde es wieder tun und überlege mir sogar eine monatliche Mitgliedschaft zu holen. Durch das digitale Nomaden MeetUp, welches ich besucht habe, ergaben sich für mich viele nette Kontakte zu anderen gleichgesinnten. Wir sind gedanklich alle weit Weg von der Szene und wollen einfach unser Ding machen. Mittlerweile treffen wir uns regelmäßig zu kleinen Cowork-Sessions. Meist treffen wir uns dazu in einem Café, wir tauschen uns bei einem Tässchen Kaffee aus und bringen und gegenseitig auf den neusten Stand unserer Projekte. Danach arbeiten wir gemeinsam.

Coworking wo immer du willst

Das Coworking funktioniert auch außerhalb eines festen Spaces. Probier es doch auch einfach mal aus, gemeinsam mit ein paar anderen Leuten zu arbeiten. Mir macht das gemeinsame Arbeiten großen Spaß. Die Mischung macht es, ich liebe meine Strukturen, die ich mir im Homeoffice aufgebaut habe. Das Produktive und vor allem sehr fokussierte vor mich hin arbeiten aber genauso mag ich die Abwechslung, ein bisschen Trubel, um mich herum zu haben.

Wie ist das bei dir? Was hälst du von der Digital Nomaden Szene und dem Coworken? Schreib mir gerne einen Kommentar oder eine Nachricht über meinen Kontakt

Hab noch eine produktive Zeit

Alex